Vom Retrofit zum Neugeschäft

Vom Retrofit zum Neugeschäft

 

Die Stärke der Profiltec Spezialmaschinen GmbH ist das Retrofit von Gebrauchtmaschinen für Stahlbauer und Metallhandwerker. Jetzt hat das Unternehmen aus Lörrach die erste Eigenentwicklung zur Marktreife gebracht: eine Simatic S7-1500-gesteuerte Bohrmaschine für kleinere Betriebe. Für die Antriebstechnik setzen die Lörracher durchgehend auf Siemens. „Wir wollen Qualitätsanspruch, nachhaltige Verfügbarkeit und optimale Integrationsfähigkeit aller Komponenten verbinden“, sagt Geschäftsführer Michael Holzmann.

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⇐ Gutes Ergebnis durch gute Zusammenarbeit:

Das zufriedene Team vor der neuen Bohrmaschine der Lörracher Profiltec Spezialmaschinen GmbH.

V. l. n. r.: Sebastian Grotzinger, Siemens AG; Thierry Barrault, Leiter Elektroabteilung Profiltec; Michael Holzmann, Geschäftsführer Profiltec; Rolf Lorenz sowie Christian Seliger, beide Siemens AG

(Bilder: Siemens AG)

Die Retrofit-Experten der Profiltec Spezialmaschinen GmbH aus Lörrach kennen nicht nur Kaltenbach-Maschinen in und auswendig, auf deren Überholung und elektrotechnisches Update sie sich spezialisiert haben. Sie haben auch die besonderen Bedürfnisse ihrer Kunden in aller Welt fest im Blick: Stahlbauer, die bei einer Neuanschaffung mit einem engen Budget kalkulieren müssen und trotzdem keine Abstriche bei der Qualität machen möchten. Genau für diese Kunden hat Profiltec jetzt eine Simatic-gesteuerte Bohrmaschine entwickelt.

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Dank des Simatic TP900 Comfort Touchpanel bietet die PDS 225 NC außergewöhnlichen Bedienkomfort bei der Programmauswahl, Parametereingabe und der Auswahl der zu bohrenden Positionen.

Handlich, präzise, effizient

Michael Holzmann, Geschäftsführer von Profiltec, erklärt, wo seinen Kunden der Schuh drückte:

In einem kleineren Stahlbaubetrieb ist es ja meist so: Ein Mitarbeiter sägt die Teile zurecht, ein anderer zeichnet die Bohrlöcher an und nimmt die Bohrungen oder das Schneiden der Gewinde manuell vor. Trotz des hohen Zeitaufwands und der Fehleranfälligkeit dieses Prozesses wäre eine vollautomatische Verarbeitung für viele dieser Kunden überdimensioniert und schlicht nicht finanzierbar. Hier haben wir mit unserer neuen PDS 225 NC angesetzt.

Die neu entwickelte Bohrmaschine bietet elektromechanischen Bohrvorschub mittels Servomotor und Kugelumlaufspindel, die über entsprechende Programmparameter leicht einstellbar sind. Dabei können die für die Verarbeitung nötigen CSV-Daten über Profinet vom Firmennetzwerk direkt an die Maschine übertragen werden. Zudem lässt sich die PDS 225 NC jederzeit mechanisch und elektronisch mit einem Längenanschlagsystem beziehungsweise einem Sägeautomaten verbinden.

Kopfschnitt, Bohrung und Endschnitt können so in einem Arbeitsgang ausgeführt werden. Das aufwändige Handling der Bauteile entfällt ebenso wie das Anreißen der Bohrlöcher. „Durch die so eingesparte Zeit rechnet sich die Anschaffung für unsere Kunden häufig bereits nach etwa einem Jahr“, so Holzmann. „Hinzu kommt die erhöhte Präzision. Bei einer manuellen Verarbeitung entsteht einfach mehr Ausschuss, zum Beispiel durch fehlerhaftes Anreißen.“ 

 
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Antriebstechnik aus einer Hand: Der Sinamics G120-Umrichter steuert die Bohrspindel – die Bohrerpositionierung übernimmt der rückspeisefähige Sinamics S120 Antriebsverband.

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Über das TIA Portal ist die Inbetriebnahme und Optimierung der Antriebe leicht zu realisieren.

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Schemadarstellungen der Achsbewegungen an der PDS 225 NC

Antriebslösung aus einer Hand

Bei der Entwicklung der PDS 225 NC ließen sich die Profiltec-Ingenieure von dem Know-how leiten, das sie über 20 Jahre in ihrem Kerngeschäft, dem Retrofit von Kaltenbach-Sägen, gewonnen hatten und setzten auf eine zukunftssichere Antriebslösung aus einer Hand. Thierry Barrault, dem Leiter der Elektroabteilung, lag die reibungslose Integration aller Komponenten besonders am Herzen: „Um die bei unterschiedlichen Herstellern oft auftretenden Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden, wollte ich einen einzigen Hersteller und Ansprechpartner für alle Bauteile – vom Bedienpanel über die Steuerung bis zu den Motoren.“ Aufgrund der positiven Erfahrungen aus vielen Retrofit-Aufträgen entschied sich Profiltec für Siemens. „Weil wir Maschinen in alle Welt liefern, sprach auch die weltweite Verfügbarkeit von Ersatzteilen eindeutig für Siemens. Bei vielen anderen Herstellern wären wir gezwungen, ein Ersatzteilpaket mitzuliefern, etwa wenn eine unserer Maschinen nach Marokko oder Tunesien geht“, fügt Holzmann hinzu.

Einheitliche Projektierung

Und nicht zuletzt hatte sich bei Profiltec die einheitliche Projektierung des Antriebs mit TIA Portal bereits mehrfach bewährt. „Hier habe ich alle Tools zur Verfügung, die ich für eine korrekte Entwicklung brauche. Außerdem ist TIA Portal selbsterklärend und unterstützt den

Nutzer hervorragend mit Dokumentationen und Online-Hilfen“, so Barrault. Besonders hilfreich war das integrierte Antriebs-Engineering über Sinamics Startdrive, etwa bei der Inbetriebnahme des G120-Frequenzumrichters, der die Bohrspindel steuert. Die für die Bohrerpositionierung verwendeten Sinamics S120-Umrichter wurden über Starter in Betrieb genommen und dann in TIA Portal hochgeladen, wo verschiedene Technologie-Objekte und -Bausteine zur Ansteuerung zur Verfügung standen. Thierry Barrault überzeugte dabei, wie reibungslos sich die Umrichter integrieren ließen: „Der G120 ist offensichtlich genau mit Blick auf höchste Kompatibilität entwickelt worden. Er läuft enorm stabil – und die S120-Umrichter erfüllen einfach alle Anforderungen, die ich mir erträumt hatte.“

Fernwartung als Bonus

Zur Steigerung der Serviceeffizienz lassen sich PDS 225 NC zudem in die Siemens-Fernwartungslösung Sinema Remote Connect (Sinema RC) integrieren, die dem Helpdesk von Profiltec ein Aufschalten auf die Maschine per sicheren VPN-Tunnel ermöglicht.

„Speziell in den ersten Wochen, bis sich die Bedienung einer Maschine eingespielt hat, gibt es häufig Kundenrückfragen, die sich per Fernzugriff schnell lösen lassen. Deshalb setzen wir Sinema RC grundsätzlich für den Zeitraum der Mängelhaftung ein. Wenn der Kunde es wünscht, können wir die Fernwartung gerne auch über diesen Zeitraum hinaus zum Einsatz bringen“Michael Holzmann

Wie geht’s weiter?

Die Entwicklung der ersten Eigenkonstruktion ist für Profiltec voll aufgegangen, wie Michael Holzmann bestätigt:

Die Kooperation mit Siemens war absolut überzeugend. Alle Herausforderungen bei der Konstruktion haben wir gemeinsam gemeistert und konnten dabei immer wieder auf die verschiedenen Experten von Siemens für die jeweiligen Detailfragen zurückgreifen. So haben wir die neue Bohrmaschine in nur fünf Monaten realisiert. Und für zukünftige Projekte können wir jetzt auf unsere Module im TIA Portal zurückgreifen und noch einmal Konstruktionsaufwand einsparen.

Nachdem Profiltec mit der PDS 225 NC jetzt den Schritt zur Serienfertigung selbst- entwickelter Maschinen gemacht hat, sind die nächsten Projekte schon in der Pipeline, etwa die Entwicklung einer neuen Bandsäge, die Profiltec in naher Zukunft vorstellen wird.

 

 

Quelle:

Johanna Gebhardt, Christian Seliger, Siemens AG

www.siemens.de/sinamics

http://me-magazin.com/eJournal/me_617/index.html#/40/

SPS IPC Drives

www.me-magazin.com

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November 2017